E240 - Behandlung von Schriftenreihen in der ZDB

 

Stand 06/2012

0 Vorbemerkung

Für die Katalogisierung von Schriftenreihen in der ZDB gelten grundsätzlich dieselben Erfassungsregeln wie für Zeitschriften und andere fortlaufende Sammelwerke. Vgl. u.a. auch B 4000, B 4025, E 211, E221.
Da die Abgrenzung zwischen Schriftenreihen und Zeitschriften einerseits besonders schwierig, andererseits aber für Geschäftsgangsfestlegungen in den Bibliotheken von besonderer Bedeutung ist, soll in diesem Papier eine Hilfestellung für die Entscheidung gegeben werden. Außerdem sind in den folgenden Abschnitten einige wichtige, bei dieser Schrifttumsklasse vorzufindende Merkmale und einige im Zusammenhang mit Katalogisierung und Nachweis immer wieder auftauchende Fragen zusammenfassend dargestellt.

1 Behandlung als Schriftenreihe oder als Zeitschrift

Die Definition einer Schriftenreihe ist RAK-WB § 12 zu entnehmen:

„Als Schriftenreihe (Serie) wird ein fortlaufendes Sammelwerk bezeichnet, dessen einzelne Teile im allgemeinen nicht regelmäßig erscheinen und jeweils ein Werk (Einzelwerk, Sammlung oder Sammelwerk) mit eigenem Titel oder einen Band eines solchen enthalten.“

Bei einer Zeitschrift erscheinen die einzelnen Teile dagegen mehr oder weniger regelmäßig und enthalten im allgemeinen mehrere Beiträge (RAK-WB § 10).

Insbesondere das Vorhandensein von Stücktiteln ist daher ein wichtiges Merkmal für die Behandlung eines Titels als Schriftenreihe. Allerdings liegen oft auch bei Zeitschriften und zeitschriftenartigen Reihen Stücktitel vor, so dass zusätzlich weitere Kriterien zu berücksichtigen sind, vgl. 2.

Eine weitere Voraussetzung für die Katalogisierung in der ZDB ist, dass die Schriftenreihe gezählt ist. Als Zählung wird neben einer Band- oder Heftzählung auch eine an den Gesamttitel unmittelbar angeschlossene Jahresangabe gewertet. Ungezählte Schriftenreihen werden in der ZDB nicht erfasst.

1.1 Zeitschriftenartige Reihen

Veröffentlichungen, die nach RAK-WB § 11 zu den zeitschriftenartigen Reihen zu rechnen sind, weisen häufig für ihre einzelnen Teile - wie die klassischen Schriftenreihen - auch Stücktitel auf.
Deshalb werden zeitschriftenartige Reihen unter Anwendung von den unter Punkt 2 aufgeführten Kriterien entweder wie eine Schriftenreihe oder wie eine Zeitschrift behandelt.

2 Einzelkriterien für die Bestimmung der Veröffentlichung als Schriftenreihe

2.1 Eigene Titelseite

Nach RAK-WB § 12, Anm. wird ein fortlaufendes Sammelwerk, das Haupttitel hat, die nicht auf einer eigenen Titelseite stehen, nicht wie eine Schriftenreihe, sondern wie eine Zeitschrift bzw. zeitschriftenartige Reihe behandelt.

Eine eigene Titelseite liegt vor, wenn

  • der Stücktitel allein auf dem Titelblatt aufgeführt ist
  • der Stücktitel und der (gezählte) Gesamttitel zusammen auf dem Titelblatt aufgeführt werden
  • der Stücktitel und der (gezählte) Gesamttitel auf gegenüberliegenden Seiten vorkommen.

Anmerkung: Das Vorliegen einer eigenen Titelseite ist außerdem bei Zeitschriften und zeitschriftenartigen Reihen ein Kriterium dafür, ob bei der Monografienkatalogisierung eine Stücktitelaufnahme angelegt wird.
Nach RAK-WB § 110,2 f) und g) wird auf eine Stücktitelaufnahme verzichtet, wenn

  • der Stücktitel nicht auf einer eigenen Titelseite, und zwar ohne Text, genannt ist
  • der Titel auf der Umschlagseite eines Zeitschriftenheftes steht und es sich nicht um einen Kongressbericht handelt.

2.1.1 Keine eigene Titelseite

Sind Stücktitel nur als Kopftitel aufgeführt, ist das Kriterium „eigene Titelseite“ nicht erfüllt. Die Veröffentlichung wird daher nicht als Schriftenreihe, sondern als Zeitschrift oder zeitschriftenartige Reihe behandelt. Vgl. aber 2.1.3.

Ein Kopftitel liegt vor, wenn

  • nach dem Titel Text folgt
  • nach dem Titel Abstracts angegeben werden
  • nach dem Titel das Inhaltsverzeichnis oder Teile davon folgen.

2.1.2 Bestimmung der Haupttitelseite

Es gelten die Bestimmungen des RAK-WB § 26.
Regelungen, die die Bestimmung der Haupttitelseite von der Erscheinungshäufigkeit abhängig machen, wie bei bestimmten Veröffentlichungen (vgl. Feld 4000, S. 11), finden bei Schriftenreihen keine Anwendung, da hier die Erscheinungshäufigkeit i.d.R. nicht bekannt ist.

2.1.3 Umschlagtitelseite als Haupttitelseite

Ist auf der Innentitelseite der Stücktitel als Kopftitel aufgeführt (vgl. 2.1.1) und ist der Stücktitel zusätzlich auf dem Umschlag angegeben, gilt der Umschlag als Haupttitelseite.

2.2 Definition Stücktitel

Aus RAK-WB § 12 kann abgeleitet werden, dass ein Stücktitel "ein Werk mit eigenem Titel oder ein Band eines solchen Werkes" ist.
Der Stücktitel kann dabei der Titel eines einzigen Werkes (neben einer Monografie auch ein Artikel oder ein Beitrag), der erste Titel von zwei oder drei genannten Werken (beigefügtes Werk) oder ein übergeordneter, zusammenfassender Titel für alle in einem Heft (Band) enthaltenen Beiträge sein.

Nach RAK-WB § 110,2 wird in bestimmten Fällen auf Stücktitelaufnahmen verzichtet (vgl. 2.2.1). Das fortlaufende Sammelwerk wird dann als Zeitschrift oder zeitschriftenartige Reihe und nicht als Schriftenreihe behandelt.

2.2.1 Keine Behandlung als Stücktitel und daher keine Behandlung als Schriftenreihe

In den folgenden Fällen liegen keine Stücktitel vor. Das fortlaufende Sammelwerk wird daher als Zeitschrift oder zeitschriftenartige Reihe behandelt und nicht als Schriftenreihe.

  • Es liegen nur oder überwiegend Titel vor, die nur in Verbindung mit dem Gesamttitel einen Sinn ergeben (RAK-WB § 110,2 a)).
  • Es liegen nur oder überwiegend Titel vor, die nur eine allgemeine zusammenfassende Angabe für die enthaltenen Beiträge sind (RAK-WB § 110,2 b)).
  • Die einzelnen Teile enthalten stets oder überwiegend mehr als einen Beitrag ohne übergeordneten Sachtitel (RAK-WB § 12,Anm.).
  • Als Titel des Teils wird nur der Titel des Leitartikels oder des ersten Beitrags oder einer Themengeschichte angegeben.
  • Es liegen Zeitschriftenhefte vor, bei denen ein Schwerpunktthema angegeben ist (Themenhefte).
  • Es liegt nur ein Kopftitel vor (vgl. 2.1.1).

Anmerkung: Falls in den Verbundsystemen über RAK-WB hinausgehend Stücktitelaufnahmen angelegt werden, hat dies keinen Einfluss auf die Codierung des Gesamtwerks als Zeitschrift.

2.3 Ausnahme: Vorliegen von Zeitschriftenkriterien

Gezählte fortlaufende Sammelwerke, bei denen ganz oder überwiegend Stücktitel auf eigener Titelseite vorliegen und somit eigentlich alle Kriterien für die Behandlung als Schriftenreihe/Serie erfüllt werden, werden dennoch als Zeitschrift behandelt, wenn

  • Angaben zur regelmäßigen Erscheinungsweise und/oder
  • Postzeitungsnummer und/oder
  • Abonnementpreis

in der Vorlage, z.B. im Impressum, oder auf der hinteren Umschlagseite, vorhanden sind. Im Titel enthaltene Angaben, wie z. B. Jahrbuch oder Vierteljahresschrift gelten dabei nicht als Angaben zur Erscheinungsweise.

Beispiel:

Merian1

Der Hinweis auf das Vorliegen von Zeitschriftenkriterien kann im Feld 4701 angegeben werden:

4701 Keine Codierung als Schriftenreihe wegen Zeitschriftenkriterien

2.4 Nicht alle Teile haben Stücktitel

In der Definition von RAK-WB § 12 ist festgelegt, dass die Teile einer Schriftenreihe jeweils ein Werk mit eigenem Titel enthalten.
Daraus ist zu schließen, dass alle (oder die überwiegenden) Bände Stücktitel haben müssten. Dies ist vor allem dann immer schwer zu entscheiden, wenn nur der oder die ersten Bände einer Veröffentlichung vorliegen oder wenn der vorhandene Bestand lückenhaft ist.

Bei laufender Katalogisierung wird bei Vorhandensein von Stücktiteln bei drei aufeinander folgenden Teilen von einer Schriftenreihe ausgegangen.

Um die sofortige Katalogisierung zu ermöglichen, wird festgelegt, dass eine gezählte Veröffentlichung, deren erster Band (bzw. deren erster vorhandener Band) einen Stücktitel aufweist, zumindest zunächst ebenfalls als Schriftenreihe behandelt werden kann.

Zweifelsfallregelung: Ist aufgrund der bisher genannten Kriterien noch nicht eindeutig zu entscheiden, ob eine Schriftenreihe oder eine Zeitschrift vorliegt, wird das fortlaufende Sammelwerk als Schriftenreihe behandelt, wenn regelmäßig oder überwiegend (d.h. bei mindestens 50% der einzelnen Teile) Stücktitel auf eigener Titelseite vorliegen.

3 Codierung in 0500: Zusammenfassende Abgrenzungsregeln

Die Codierung von fortlaufenden Sammelwerken erfolgt im Feld 0500, Pos.2.
Schriftenreihen werden mit “d“ und Zeitschriften werden mit „b“ codiert.

Beispiel Schriftenreihe:

0500 Advz

Beispiel Zeitschrift:

0500 Abvz

3.1 Codierungsschnelltest Schriftenreihe

Liegen Titel für die Teile auf eigener Titelseite vor? (vgl. 2.1) → nein → b (Zeitschrift)

ja
Erfüllen die Titel der Teile die Definition für Stücktitel? (vgl. 2.2) → nein → b (Zeitschrift)

ja
Liegen Zeitschriftenkriterien vor? (vgl. 2.3) → ja → b (Zeitschrift)

nein
Liegen regelmäßig oder überwiegend Stücktitel vor? (vgl. 2.4) → nein → b (Zeitschrift)

ja → d (Schriftenreihe)

3.2 Umcodierung der Erscheinungsform

Ändert eine Veröffentlichung im Laufe ihres Erscheinens die Erscheinungsform und wird dies bei laufendem Erscheinungsverlauf bekannt, wird die Codierung im Feld 0500, Pos. 2 entsprechend geändert.

Dies gilt auch dann, wenn bei einer (eventuell auch schon lange) laufend erscheinenden Veröffentlichung zum Zeitpunkt der Katalogisierung angenommen wurde, dass immer Stücktitel vorkommen, während sich später herausstellt, dass nicht regelmäßig oder überwiegend Stücktitel vorkommen (bzw. umgekehrt).

Aber auch bei abgeschlossenen Veröffentlichungen führen nachträglich bekannt werdende Änderungen der Erscheinungsform oder seit der Ersterfassung fehlerhafte Codierungen zu einer Umcodierung.
Eine derartige Korrektur wird als gravierende Korrektur behandelt, damit Verbünde, die Schriftenreihen ausschließlich im eigenen Verbundkatalog nachweisen, möglicherweise aus der ZDB einfließende Doppelaufnahmen als solche kennzeichnen und mit Hinweisen für die Katalogisierung in ihrem Verbund versehen können.

Anmerkung: In Verbundsystemen, die ihre Schriftenreihen nicht in der ZDB katalogisieren, können Änderungen der Erscheinungsform Auswirkungen auf den Ort der Katalogisierung: ZDB oder Verbundkatalog haben. Hier gelten die jeweiligen Verbundfestlegungen.

Beispiele für gravierende Korrekturen (Umcodierung von Zeitschrift zu Schriftenreihe bzw. umgekehrt):

0500 Advz
0599 g
4701 18!se-Änderung(10-03-08)

0500 Abvz
0599 g
4701 18!zs-Änderung(10-03-08)

Bei einem Wechsel der Erscheinungsform werden außerdem zusätzlich die Felder 0600 und 4225 besetzt.

Beispiel:

0600 fp (früher: Zeitschrift oder zeitschriftenartige Reihe)
4225 Ab 23. 2002 als Schriftenreihe

Wird bei der Prüfung des Umcodierungswunsches von „b“ nach „d“ aber festgestellt, dass Zeitschriftenkriterien vorliegen und der Umcodierungswunsch somit nicht ausgeführt werden kann, wird dies in 4701 vermerkt.

Beispiel:

4701 Keine Codierung als Schriftenreihe wegen Zeitschriftenkriterien

4 Besonderheiten bei der Katalogisierung von Schriftenreihen

4.1 Zeitschrift in Schriftenreihe bzw. Schriftenreihe in Schriftenreihe

Es kann vorkommen, dass ein Stück auch ein fortlaufendes Sammelwerk innerhalb eines anderen (größeren) fortlaufenden Sammelwerks ist, so dass das größere Gesamtwerk dann eine Schriftenreihe und das innerhalb desselben erscheinende Stück eine Zeitschrift oder auch eine Schriftenreihe konstituiert („Zeitschrift in Schriftenreihe“ oder „Schriftenreihe in Schriftenreihe“). Die Beziehungen der Veröffentlichungen zueinander werden in der ZDB dabei im Feld 4245 erfasst.

Beispiele:

Zeitschrift in Schriftenreihe:
0500 Abvz
4000 Jahrbuch Dritte Welt
4025 1.1983 - 5.1987; 1989(1988) - 2001(2000)
4245 5=327; 1989=369; 1990=396; 1991=417; 1992=449; 1993=486; 1994=1022; 1995=1079; 1996=1117; 1997=1177; 1998=1227; 1999=1267; 2000=1342; 2001=1384 von!...!—Advz: Beck’sche Reihe

Schriftenreihe in Schriftenreihe:
0500 Advz
3220 Veröffentlichungen der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft bei der Kommission für Bayerische Landesgeschichte / 1
4000 Veröffentlichungen der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft bei der Kommission für Bayerische Landesgeschichte
4005 *Reihe1*Studien zur Geschichte des bayerischen Schwabens
4245 17=59 von!...!—Advz—Alemannisches Institut <Freiburg, Breisgau>: Veröffentlichung des Alemannischen Instituts

4.2 Einzelne Serienstücke als elektronische Ressourcen

Durch die im Jahre 2004 erfolgte Änderung des RAK-NBM § 109,3 ist für einzelne Teile einer Schriftenreihe, die als elektronische Ressourcen vorliegen - entgegen der Bestimmung, für elektronische Ressourcen grundsätzlich eigene Einheitsaufnahmen anzulegen - keine eigene Gesamtaufnahme vorzusehen. Auf diesen Sachverhalt wird im Feld 4216 der Gesamtaufnahme für die Schriftenreihe hingewiesen.

Beispiele:

4216 Ersch. teils als Online-Ausg.
4216 Ersch. teils als CD-ROM-Ausg.

Diese Festlegung soll den Katalogisierungsaufwand vermindern, der entstehen würde, wenn für ein einzelnes Stück eine eigene Gesamtaufnahme angelegt werden müsste.
Bei der Katalogisierung können jedoch Schwierigkeiten bei der Anwendung dieser RAK-NBM-Änderung auftreten, wenn z.B. bei einer lediglich in Auswahl bezogenen Schriftenreihe entschieden werden muss, ob nur ein einzelner Band als elektronische Ressource erscheint oder ob eine parallele Ausgabe beginnt oder ob ein Wechsel der Publikationsform (Materialart) vorliegt, wobei in den beiden letztgenannten Fällen eine eigene Gesamtaufnahme für die elektronische Ausgabe angelegt werden muss.
Die Zentralredaktion Titel (ZRT) der ZDB sieht sich unter diesen Voraussetzungen nicht in der Lage, über ggf. eintreffende Korrekturwünsche bzgl. der Zusammenführung von Katalogisaten oder Abschluss/Neuaufnahme zu entscheiden, sodass auf der 32. AGDBT-Sitzung 2004 entschieden wurde, die Anwendung des RAK-NBM § 109,3 zwar zu empfehlen, dabei jedoch zu akzeptieren, dass die ZRT nicht prüfen wird, ob eine auf dieser Basis neu in die ZDB eingebrachte Aufnahme gerechtfertigt ist. Umlenkungen werden i.d.R. nicht vorgenommen; einmal in die ZDB eingebrachte Titelaufnahmen bleiben erhalten.

4.3 Fortlaufende Kioskliteratur

Als fortlaufende Kioskliteratur wird gedruckte (Trivial-)Literatur mit einem gemeinsamen übergeordneten Gesamttitel bezeichnet, die vorwiegend an Kiosken erhältlich ist, z.B. von Verlagen wie Cora, Bastei-Lübbe, Kelter, Pabel-Moewig ...

Dazu gehören:

  • Romane (z. B. Liebes-, Arzt-, Heimat-, Western-, Science-Fiction-Romane)
  • Rätselhefte
  • Malbücher

und ihre jeweiligen Sammelbände.

Fortlaufendes Erscheinen wird nach RAK-WB §§ 8 - 12 definiert.

Kioskliteratur erscheint überwiegend in Heftform und in den letzten Jahren verstärkt auch als Broschur. Es können auch Sammelbände erscheinen.

Fortlaufende eindeutige Kiosk-Reihen werden als Zeitschriften erfasst (0500, Pos. 2 „b“), um die manchmal schwierige Abgrenzung zwischen Zeitschrift und Schriftenreihe zu vermeiden. Die Gestaltung der Titelseite spielt zur Bestimmung der Erscheinungsform keine Rolle.

Zweifelsfallregelung: Besteht Unsicherheit darüber, ob es sich wirklich um Kioskliteratur handelt - wenn es sich beispielsweise bei der vorliegenden Veröffentlichung nicht um Literatur gem. obiger Aufzählung handelt und die einzelnen Teile in Buchform erscheinen - soll keine vereinfachte Erfassung erfolgen. Im Zweifelsfall wird die Veröffentlichung - ggf. in Absprache mit ZRT - als Schriftenreihe behandelt.

4.4 Auktionskataloge

Zur Katalogisierung von Auktionskatalogen, vgl. E 420.

4.5 Einzelne Bände erscheinen in späteren Auflagen

Schriftenreihen ohne Titeländerung
Erscheinen einzelne Bände einer Schriftenreihe erneut in einer höheren Auflage über den angegebenen Erscheinungsverlauf hinaus, wird ein Hinweis in 4225 erfasst.

Beispiel:

Die Bände 2.1967 und 4.1971 ersch. in weiteren Auflagen, z.B. 2.1982=2.Aufl. und 4.1992=3.Aufl.

1100 1965-1979
4025 1.1965 - 8.1979[?]
4225 Spätere Aufl. einzelner Bd. nach 1979 ersch.; unregelmäßig

Die Felder 1100 (Erscheinungsjahr) und 4025 (Erscheinungsverlauf) bleiben dabei unverändert. Die Auflagen werden hier nur auf Exemplarebene in den Feldern 8032 und 8034 angegeben.

Liegt dagegen der erste Band einer Veröffentlichung nur in einer höheren Auflage vor und ist der Beginn der Veröffentlichung auch bibliografisch nicht zu sichern, wird die Auflagenbezeichnung in 4025 erfasst.

4025 1.1898=3.Aufl.; 2.1860 - 4.1865
4025 Nachgewiesen 5.1965=2.Aufl. -

Schriftenreihen mit Titeländerung

Folgende Regelung gilt, wenn Schriftenreihen Titeländerungen aufweisen und die Bände in höheren Auflagen vom Erscheinungsverlauf her zwar eigentlich dem Vorgänger zuzuordnen sind, die Stücke aber bereits den Fortsetzungstitel aufweisen:

Beispiel:

Die Bände 1.1923 und 10.1939 ersch. in weiteren Auflagen, z.B. 1.1956=4. Aufl. und 10.1979=6. Aufl. und weisen bereits den Titel der Fortsetzung auf:

4000 Schriftenreihe A
4025 1.1923 - 15.1943
4225 Spätere Aufl. einzelner Bd. nach 1943 ersch.; unregelmäßig
4244 s#Spätere Aufl. einzelner Bd. u. Forts.!...!--Advz--: Titel B

4000 Schriftenreihe B
4025 16.1951 -
4225 Unter diesem Titel ersch. auch spätere Aufl. einzelner Bd. d. Vorg.; unregelmäßig
4244 f#!...!--Advz--: Titel A

Der Bestand bzw. das Stück sollte in diesen Fällen der Fortsetzung zugeordnet werden.

4.6 Springende Erscheinungsjahre bzw. springende Erscheinungsweise

Schriftenreihen ohne Titeländerung
Erscheinen einzelne Bände einer Schriftenreihe früher bzw. später als ihre Zählung vermuten lässt, wird diese Abweichung im Feld 4025 genau angegeben. Als erstes Erscheinungsjahr ist im Feld 1100 dabei das erste Erscheinungsjahr des zeitlich ersten Bandes anzugeben.

4025 1.1972; 2.1971; 3.1973 -
1100 1971

4025 1.1980; 2.1971; 3.1972 -
1100 1971

Kann diese Abweichung im Erscheinungsverlauf nicht genau angegeben werden, oder führt die Einzelbandangabe zu einer unübersichtlichen Darstellung in 4025, werden 4025 und 1100 wie folgt besetzt:

4025 1.1972 -
1100 1971

Zusätzlich wird in 4225 auf den Sachverhalt hingewiesen:

4225 Springende Ersch.-Jahre; unregelmäßig

Schriftenreihen mit Titeländerung
Bei einzelnen Bänden, die von der Bandzählung her noch zum Erscheinungsverlauf des Vorgängers gehören, aber zu einem späteren Zeitpunkt unter dem Titel der Fortsetzung erscheinen, wird wie folgt verfahren:

Beispiel: 8.1939; 11.1940: die Bandzählungen gehören zum Vorgänger

4000 Schriftenreihe A
4025 1.1911 - 365.1936
4225 Springende Ersch.-Jahre; einzelne Bd. ersch. nach 1936 u.d.T. d. Forts.; unregelmäßig
4244 s#Forts. u. alle nach 1936 ersch. Bd.!...!--Advz--:Schriftenreihe B

4000 Schriftenreihe B
4025 366.1937 -
4225 Springende Ersch.-Jahre; einzelne Bd. ersch. mit d. Bd.-Zählung d. Vorg.; unregelmäßig
4244 f#!...!--Advz--: Schriftenreihe A

Der Bestand bzw. das Stück ist jeweils der Fortsetzung zuzuordnen.

Dieses Verfahren wird angewandt, wenn der Splitzeitpunkt zwischen Schriftenreihe A und B genau bekannt ist bzw. wenn sich die springende Erscheinungsweise auf einzelne Bände und somit auf übersichtliche Fälle beschränkt.
Ist der Splitzeitpunkt jedoch nicht genau auszumachen und springen die Bände vom Erscheinen her (und somit auch die Titelformen) ständig hin und her und ergeben sich dadurch komplizierte und unübersichtliche Fälle, wird - in Absprache mit der ZRT - auf einen Titelsplit verzichtet, vgl. 4.6.1.

4.6.1 Einzelfallentscheidung: Verzicht auf Titelsplit

Grundsätzlich werden die Splitregeln, vgl. E 221, auch bei Schriftenreihen angewendet.
Bei laufenden Veröffentlichungen oder bei retrospektiver (Neu-)Katalogisierung treten in der Praxis jedoch immer wieder Einzelfälle auf, in denen unter den Bedingungen der unregelmäßigen Erscheinungsweise ein genauer Splitzeitpunkt auch nach einem hohen Rechercheaufwand nicht zweifelsfrei zu ermitteln ist. Das ist besonders häufig der Fall, wenn einzelne Bände einer Schriftenreihe zeitlich vor anderen in der Zählung niedrigeren Bänden erscheinen (springende Erscheinungsweise) oder auch in Verbindung mit komplizierten Zeitschnitten bei Körperschaftsänderungen bei Urheberwerken.

Hier sollte aus Gründen der einfacheren Bestandsführung bzw. Zuordnung der Stücktitel durch die Monografienkatalogisierung - in Absprache mit ZRT - dauerhaft auf einen Titelsplit verzichtet werden.

Sind bereits zwei Aufnahmen vorhanden, deren Hauptsachtitel sich unregelmäßig abwechseln, und bei denen es demzufolge zu sehr lückenhaften Erscheinungsverläufen und schwierigen Verknüpfungen kommt, kann - in Absprache mit ZRT - auf eine Titelaufnahme vereinheitlicht (umgelenkt) werden.

Der aktuelle Hauptsachtitel wird dabei im Feld 4000, der abweichende Hauptsachtitel im Feld 4213 mit der einleitenden Wendung „Hauptsacht. teils:“ erfasst.

Beispiel für eine Umlenkung:

Titelaufnahme A:
4000 Beltz-&-Gelberg-Taschenbuch
4025 914.2003 - 964.2005 nachgewiesen
4225 Springende Ersch.-Jahre; ab 2006 ersch. fehlende Bd. dieses Titels u. spätere Aufl. einzelner Bd. auch u.d.T. d. Forts.; unregelmäßig
4244 f#!...!—Advz--: Gullivers Bücher
4244 s#!...!—Advz--: Gulliver

Titelaufnahme B:
4000 Gulliver
4025 Nachgewiesen 936. 2006 -
4225 Springende Ersch.-Jahre; unter diesem Titel ersch. auch fehlende Bd. und spätere Aufl. einzelner Bd. d. Vorg.; unregelmäßig
4244 f#!..!—Advz--: Beltz-&-Gelberg-Taschenbuch

Korrekturantrag: Nachgewiesen 913.2003 -

Ergebnis nach der Umlenkung von Titel B auf A:

4000 Gulliver
4213 Hauptsacht. teils: Beltz-&-Gelberg-Taschenbuch
4025 Nachgewiesen 913.2003 -
4225 Springende Ersch.-Jahre; unregelmäßig
4244 f#!...!—Advz--: Gullivers Bücher

ZRT erfasst zusätzlich im Feld 4701 den folgenden Vermerk:

4701 Verzicht auf Titelsplit gem. E 240, 4.6.1

4.6.2 Verlagsorte und Verleger

Bedingt durch die springende Erscheinungsweise ist eine korrekte bzw. sinnvolle chronologische Abfolge gültiger Verlagsort(e) und Verleger in 4030 und eine sinnvolle chronologische Abfolge früherer Verlagsort(e) und Verleger in 4035 ggf. nur bedingt möglich.

Der Ermittlungs- und Korrekturaufwand bei wechselnden Verlagsangaben innerhalb einer springenden Erscheinungsweise einer Schriftenreihe (mit ggf. wechselnden Angaben pro Band) ist u. U. enorm.

Aus Gründen der Katalogisierungsvereinfachung kann in diesen besonderen Fällen das Feld 4030 mit dem am häufigsten vorkommenden oder aktuellen Verlag besetzt werden. Alle anderen Verlage können in 4035 mit dem Pauschalvermerk [[teils]] erfasst werden. Bestehende Angaben mit genauer chronologischer Abfolge werden dagegen nicht verändert. Wenn eine Institution dies benötigt, können die vereinfachten Angaben aber durch genaue ersetzt werden.

5 Verfahren zur Verlinkung zu den Stücktitelaufnahmen im lokalen oder regionalen OPAC

Da in den ZDB-Exemplarsätzen nur zusammenfassende Bestandsangaben möglich sind, können die einzelnen Bände einer Schriftenreihe nicht in der ZDB nachgewiesen werde.
Um der Benutzerin/dem Benutzer auch vom ZDB-OPAC aus eine Information über vorhandene Einzelbände zu bieten, kann im jeweiligen Exemplarsatz der Serienhauptaufnahme ein Link auf den lokalen oder regionalen OPAC gelegt werden, über den die Nutzenden die Auflistung aller in der jeweiligen Bibliothek vorhandenen Stücke erhält.

Auf den im Feld 7135 zu erfassenden Link sollte durch einen entsprechenden Text in 8034 bzw. 7135 $x bei mehrfacher Besetzung des Feldes 7135 hingewiesen werden.

Beispiel für den OPAC der Staatsbibliothek zu Berlin

Darstellung im ZDB-Katalogisierungssystem:
0500 Advz
2110 2171395-9
4000 Historical dictionaries of Africa
4025 91.2004 -
4030 Lanham, Md. [u.a.] : Scarecrow Press
5080 300;390

E01
7001 07-12-99 : x
4800 !009000046!
7135 =u http://stabikat.staatsbibliothek-berlin.de:8080/DB=1/LNG=DU/CLK?IKT=12&TRM=474808459
8032 #1#
8034 Bestand s. Stabikat (Link anklicken)

Darstellung des Exemplarsatzes im ZDB-OPAC:
Bibliothek: BER <1a> Berlin SBB Haus Potsdamer Str
Bestand: [Bestand s. Stabikat (Link anklicken)]
Link: http://stabikat.staatsbibliothek-berlin.de:8080/DB=1/LNG=DU/CLK?IKT=12&TRM=474808459
Fernleihe: ja

Die unter „Link“ angegebene Adresse führt direkt in den Stabikat zur entsprechenden Serienhauptaufnahme. Klickt man dort auf "Zugehörige Publikationen", werden alle vorhandenen Stücke der Schriftenreihe angezeigt.


1 Angabe im Impressum: Erscheint monatlich

Letzte Änderung: 25.06.2012
 
URL: http://www.zeitschriftendatenbank.de/erschliessung/arbeitsunterlagen/zeta/e240/
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